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Zahnarztangst ist weit verbreitet – und kein Grund, den Zahnarzt zu meiden

Unruhe vor dem Zahnarzttermin, ein angespanntes Gefühl im Wartezimmer oder die Sorge vor Schmerzen: Zahnbehandlungsangst ist keine Seltenheit.

Aktuelle Daten der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie zeigen, dass rund ein Viertel der untersuchten Erwachsenen von Zahnbehandlungsangst betroffen ist. Bei einem kleineren, aber relevanten Anteil ist die Angst sogar schwer ausgeprägt oder erreicht das Ausmaß einer Phobie.

Problematisch wird die Angst vor allem dann, wenn Kontrolltermine oder notwendige Behandlungen immer wieder aufgeschoben werden.

Woher kommt die Angst vor dem Zahnarzt?

Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. Manche Menschen haben in der Vergangenheit eine unangenehme oder schmerzhafte Behandlung erlebt. Andere fürchten Spritzen, bestimmte Geräusche, Schmerzen oder das Gefühl, während der Behandlung keine Kontrolle zu haben.

Auch negative Erzählungen anderer Menschen können Ängste verstärken.

Häufig entsteht daraus ein Kreislauf: Aus Angst wird der Zahnarztbesuch vermieden. Dadurch können Erkrankungen länger unentdeckt bleiben und später umfangreichere Behandlungen notwendig werden – was wiederum die Angst vor dem nächsten Termin verstärken kann.

Zahnarztangst kann die Mundgesundheit beeinflussen

Wie wichtig dieser Zusammenhang ist, zeigen aktuelle wissenschaftliche Daten.

Die DMS 6 stellte fest, dass mit zunehmender Zahnbehandlungsangst auch ungünstige Befunde häufiger auftreten. Menschen mit stärkerer Angst wiesen beispielsweise mehr unbehandelte kariöse Läsionen und mehr fehlende Zähne auf als Menschen ohne beziehungsweise mit geringer Zahnbehandlungsangst.

Deshalb lohnt es sich, Ängste möglichst früh anzusprechen – bevor sie dazu führen, dass notwendige Vorsorge oder Behandlungen dauerhaft vermieden werden.

Was kann einen Zahnarztbesuch angenehmer machen?

Ein wichtiger erster Schritt ist, die eigene Angst offen anzusprechen. Für das Praxisteam ist es hilfreich zu wissen, wenn eine Behandlung besondere Anspannung auslöst.

Je nach Situation können beispielsweise folgende Maßnahmen helfen:

  • Behandlungsschritte vorher verständlich erklären
  • gemeinsam ein Stoppsignal vereinbaren
  • ausreichend Zeit für Fragen einplanen
  • Behandlung in überschaubare Schritte aufteilen
  • Pausen während der Behandlung ermöglichen
  • auf eine möglichst wirksame Schmerzausschaltung achten

Schon das Gefühl, jederzeit eine Pause einfordern zu können, kann für manche Patientinnen und Patienten einen deutlichen Unterschied machen.

Regelmäßige Kontrollen können gerade bei Angst helfen

Es klingt zunächst widersprüchlich: Wer Angst vor dem Zahnarzt hat, profitiert besonders davon, regelmäßig zur Kontrolle zu gehen.

Denn bei Vorsorgeterminen können Veränderungen früh erkannt werden. Häufig lassen sich notwendige Maßnahmen dann kleiner und überschaubarer halten als bei Beschwerden, die über einen längeren Zeitraum unbehandelt bleiben.

Gleichzeitig können regelmäßige positive Erfahrungen dabei helfen, wieder Vertrauen in zahnärztliche Behandlungen aufzubauen.

Für gesetzlich Versicherte haben regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen außerdem einen weiteren Vorteil: Sie können für das Bonusheft dokumentiert werden und bei später notwendigem Zahnersatz den Festzuschuss der Krankenkasse erhöhen.

Wann spricht man von einer Zahnarztphobie?

Nicht jedes ungute Gefühl vor einem Zahnarzttermin ist eine Phobie.

Bei einer ausgeprägten Zahnbehandlungsphobie kann die Angst jedoch so stark sein, dass Betroffene selbst bei Beschwerden über lange Zeit keinen Zahnarzt aufsuchen. Schon der Gedanke an eine Behandlung kann dann starke körperliche und psychische Reaktionen auslösen.

In solchen Fällen kann neben einer besonders behutsamen zahnärztlichen Betreuung auch professionelle psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll sein. Starke Zahnbehandlungsangst muss nicht einfach hingenommen werden.

Der erste Schritt darf klein sein

Wer längere Zeit nicht beim Zahnarzt war, muss sich dafür nicht rechtfertigen. Wichtig ist vielmehr, überhaupt wieder einen Anfang zu finden.

Das erste Ziel muss dabei nicht sofort eine umfangreiche Behandlung sein. Ein Gespräch, eine Untersuchung und eine verständliche Einschätzung der Situation können bereits ein wichtiger erster Schritt sein.

Sprechen Sie Ihre Sorgen am besten bereits bei der Terminvereinbarung an. So kann sich die Zahnarztpraxis darauf einstellen und gemeinsam mit Ihnen einen Weg finden, der zu Ihrer persönlichen Situation passt.

 


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